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  • Die Spitze des Eisberges

    von Student 11. April 2022

    Nach einem Salmonellen Ausbruch bei verschiedenen Produkten eines großen Lebensmittelbetriebes Namens Ferrero, stellt sich die Frage wie viele Produktrückrufe muss der Verbraucher eigentlich noch ertragen? Die Ferrero S.p.A. ist ein italienischer Süßwarenhersteller mit Hauptsitz in Alba, Italien. Die Unternehmensgruppe betreibt weltweit 32 Produktionsstätten und beschäftigt rund 39.000 Mitarbeiter.

    Im Rahmen von internen Kontrollen wurde bereits am 15. Dezember 2021 Salmonellen im Belgischen Produktionswerk festgestellt. Nach knapp vier Monaten wurde dann auch endlich der Verbraucher informiert. Für den Salmonellenbefund wurde wahrscheinlich ein Filter am Ausgang von zwei Rohstofftanks identifiziert.

    Salmonellen sind Bakterien, die weltweit vorkommen. Eine Salmonellen-Erkrankung ist eine typische Lebensmittelinfektion, die Durchfall verursacht. Die Erreger vermehren sich im Magen-Darm-Trakt von Menschen und Tieren. Salmonellen sind eine Gattung stäbchenförmiger Bakterien aus der Familie der Enterobakterien.

    Mittlerweile wurde das Belgische Werk von den Behörden bis zur Klärung des Vorfalls gesperrt. Der Schaden für Ferrero dürfte in die Millionen gehen. Doch viel schlimmer ist der entstandene Image-Verlust. Das wichtige Oster Geschäft dürfte für Ferrero etwas geringer ausfallen.

    Doch schaut man auf die Internetseite www.lebensmittelwarnung.de wird einem bewusst das Ferrero nur die Spitze des Eisberges ist. Fast täglich werden Produkte zurückgerufen. Die Rückrufgründe sind sehr unterschiedlich. Ich möchte einige Gründe bei Lebensmitteln der letzten drei Monate aufführen:

    • Am 06.01.2022 „Volvic Naturelle (natürliches Mineralwasser) 1,5L“ von Danone Waters Deutschland GmbH – Sensorische Veränderungen aufgrund von Spuren eines für die Lebensmittelproduktion vorgesehenen, essigbasierten Reinigungsmittels
    • Am 24.01.2022 „TiP Hähnchenbrustfilet unpaniert, 500 g, tiefgekühlt“ von real GmbH – Im Rahmen einer Routinekontrolle wurden in einer Einzelprobe Salmonellen festgestellt
    • Am 26.01.2022 „Lotus Ice cream sticks white“ von Lotus Bakeries GmbH – Möglicher Schimmelbefall
    • Am 09.02.2022 „AROY-D Kokosnusscreme“ von Kreyenhop & Kluge GmbH & Co.KG – Bisphenol A und CDB in Kokosnusscreme
    • Am 23.03.2022 „Satori Bambussprossen in Streifen“ von Netto Marken-Discount Stiftung & Co. KG – mögliche Gefahr durch Glasscherben

    Dies sind nur ein paar Gründe, die von mir ausgewählt wurden. Die Liste ist ewig lang und es würde den Rahmen des Artikels sprengen. Bei Millionen Chargen, die täglich die Produktionsbetriebe verlassen, kann es schonmal vorkommen, dass fehlerhafte Produkte im Handel landen. Deshalb ist bei sensible Themen wie Lebensmitteln oder Medikamenten größte Sorgfalt im Verpackungsprozess geboten. Leider häufen sich die großangelegten Produktrückrufe und der Verbraucher wird zunehmend verunsichert. Gut ausgebildete Lebensmittel- und Verpackungsingenieure braucht das Land. Welche den gesamten Produktionsprozess im Blick haben. Angefangen bei der Zubereitung über Abfüllung bis zur Distribution. Denn als angehender Verpackungsingenieur schäme ich mich für solche Vorfälle und als Verbraucher habe ich Angst diese Produkte unbedenklich zu kaufen. Im Produktionsprozess ist Vorsicht besser als Nachsicht. Qualitätskontrollen und rechtzeitiges Eingreifen in die Produktion kann dem Unternehmen vor einen Millionen-Schaden bewahren sowie dem noch viel schlimmeren Image-Verlust, der mit einhergeht.

    Ich wünsche Frohe Ostern sowie einen erfolgreichen Verlauf im Studium.

    R. Margraf

    (Student)